Den Preis einer Konsole sechs Jahre nach ihrem Lebenszyklus in die Höhe zu treiben, widerspricht dem traditionellen deflationären Modell für Gaming-Hardware. Doch am 2. April 2026 kam Sony mit einer synchronisierten weltweiten Preiserhöhung für sein gesamtes PS5-Portfolio auf den Markt. In Europa stieg der Preis des Standardmodells um umgerechnet 117 US-Dollar, und die PS5 Pro der Enthusiastenstufe kostet jetzt sagenhafte 1.054 US-Dollar.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Sony die Preise nach oben korrigiert. Bereits im August 2022 wurden als Reaktion auf das globale Wirtschaftsumfeld und die Inflation Erhöhungen vorgenommen. Für schwedische Spieler ist die Situation mittlerweile extrem. Eine historisch schwache Krone in Kombination mit der gewichtsbasierten Chemikaliensteuer des Landes bedeutet, dass eine PS5 Pro im Einzelhandel bis zu 1.126 US-Dollar kosten kann.
Contenido
KI-Unternehmen horten Ihr Gedächtnis
Die eigentliche Ursache für diesen Preisschock ist nicht Sony selbst, sondern das explosionsartige Wachstum der generativen KI. Das Training riesiger Sprachmodelle erfordert enorme Mengen an High Bandwidth Memory (HBM), was Foundry-Giganten wie Samsung, SK Hynix und Micron dazu gezwungen hat, ihre Produktion komplett neu zu priorisieren.
Fabrikkapazitäten, die früher für die Herstellung von GDDR6-Speicher für Spiele genutzt wurden, gehen mittlerweile fast ausschließlich an KI-Rechenzentren. Dadurch stiegen die Preise für Verbraucherspeicher allein im ersten Quartal 2026 um 80 bis 90 Prozent. Sony war gezwungen, diesen Aufschlag von 100 bis 150 US-Dollar direkt in den Einzelhandelspreis einzurechnen, um seine Gewinnmargen zu schützen.
Die PS6 wird darunter leiden
Die Hardware-Verkäufe gehen derzeit stark zurück und verzeichneten im vierten Quartal 2025 einen starken Rückgang von 46 Prozent. Dennoch bleibt die Gaming-Sparte von Sony dank des PlayStation Network und des digitalen Vertriebs hochprofitabel, wobei der Betriebsgewinn im letzten Geschäftsjahr sogar um 12 Prozent gestiegen ist.
Die besorgniserregendste Konsequenz ist, wie sich die Speicherkrise auf die PlayStation 6 auswirkt. Da mit einer Normalisierung des Marktes nicht vor 2028 zu rechnen ist, werden Sony-Ingenieure bereits jetzt zu technischen Downgrades gezwungen. Leaks deuten darauf hin, dass die PS6-Architektur von geplanten 32 GB auf nur noch 24 GB VRAM reduziert wird. Darüber hinaus wird Berichten zufolge der Speicherbus auf eine 128-Bit-Konfiguration reduziert, um die Produktionskosten niedrig zu halten.
Die Ära der stark subventionierten Konsolen mit massiven Generationssprüngen in der Leistung ist faktisch vorbei. Gaming auf dedizierter Hardware entwickelt sich schnell zu einem reinen Luxushobby.